„Antisemitismus zerstört am Ende Heimat für alle“

„Es gibt Antisemitismus in Deutschland. Es gibt ihn in dumpfen Hetzparolen. Es gibt ihn intellektuell, in Nebensätzen daher gesagt. Alles das dürfen wir nicht hinnehmen. Wir dürfen uns nicht daran gewöhnen, dass Synagogen in Deutschland immer noch von der Polizei geschützt werden müssen. Wir dürfen uns nicht daran gewöhnen, dass es Antisemitismus von denjenigen gibt, die seit Generationen hier wohnen und Zuwanderern, die ihn mitbringen.
Wir dürfen Antisemitismus, da wo er öffentlich auftritt, keinen Raum lassen. Worum geht es doch im Eigentlichen. Ob Juden, Christen oder Muslime, ob Gläubige oder Nichtgläubige, ob Menschen, die lange hier wohnen oder zugewandert sind, sie wollen ein zuhause finden in Deutschland. Das wird nicht möglich sein, wenn sich Antisemitismus in diesem Lande breitmacht. Antisemitismus zerstört am Ende Heimat für alle. Deshalb sind öffentliche Einrichtungen, auch die Polizei und Justiz dazu aufgerufen, Antisemitismus zu bekämpfen. Aber wir dürfen es als Gesellschaft nicht nur den öffentlichen Einrichtungen überlassen, sondern wir müssen auch den Mut und die Courage im Alltag selbst zeigen.“

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, 06.05.2018 (Bericht aus Berlin, ARD)

Michael Haupt
[veröffentlicht: 07.05.2018]


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