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NEUE DAUERAUSSTELLUNG MIT EINEM „DESIGN FÜR ALLE“

Von Justizvollzugsangestellten und Mitarbeiterinnen im Bundesinnen- oder Finanzministerium, von der sehbeeinträchtigten Schülerin bis zum gehbehinderten Touristen, über Polizisteninnen, Feuerwehrleute, Studierende der Sozialen Arbeit, Bundespresseamtsgruppen, südafrikanische Lehrkräfte, ver.di-Mitglieder, polnische Wissenschaftler bis zu französischem Gedenkstättenpersonal: Die Vielfalt der Besuchergruppen der Gedenk- und Bildungsstätte ist groß – genauso wie das mitgebrachte Vorwissen, die Vorannahmen und Erwartungen sowie Rezeptionsgewohnheiten. Viele dieser Gruppen betreuen wir seit Jahren regelmäßig im Haus, und bieten ihnen gut etablierte Formate an. Gleichzeitig verändern sich die Zugänge zu dem Thema durch veränderte Lern- und Mediengewohnheiten, neuere Forschung und vielfältige demographische Prozesse.

Ist die aktuelle Ausstellung vor allem ein gelungenes Produkt der damaligen Debatten um wissenschaftlich korrektes Kuratieren, beschreiben nicht nur Schulklassen das zentrale Vermittlungsinstrument des Hauses für ihre Seh- und Lerngewohnheiten als zu textlastig. Viele Besuchergruppen sind nicht selten in der Orientierung und auch inhaltlich überfordert. Nicht nur diese Barriere abzubauen ist Ziel der künftigen Ausstellung: Vielmehr sollen alle Bildungs- und Informationsangebote nicht nur sprachlich und grafisch niederschwelliger und inklusiver gestaltet werden. Auch baulich sollen durch ein Blindenleitsystem, verändertes Mobiliar oder taktile Modelle inklusive Standards erfüllt werden. Gleichzeitig sollen Besuchergruppen mit speziellen Interessen weiterhin spezifische, neue Inhalte für sich finden.

Inklusion sehen wir insofern nicht nur als einen zu erfüllenden gesetzlichen Auftrag an, sondern auch als Anliegen unseres Hauses im Sinne eines Audience Development für die diverse Gesellschaft. Wie unser Haus diesen Spagat mit dem Ziel eines „Design für Alle“ angeht, werden Ihnen in diesem Blog verschiedene schlaglichtartige Einblicke in den kommenden Monaten näherbringen. Hierbei wollen wir Erkenntnisse aus dem Erarbeitungsprozess – von Fallstricken bis zu best practise Beispielen – diskutieren und auch im Sinne der Synergieentwicklung für andere Einrichtungen dokumentieren und für ein „Making of“ veröffentlicht werden.

Das Projekt wird mit Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM), dem Ressort von Dr. Monika Grütters, und der Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin finanziert.

David Zolldan

[veröffentlicht: 19.09.2018]

 


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