… die frühen Zeugnisse sollen bewahrt werden

Zum 25-jährigen Jubiläum – das den meisten Teilnehmenden entfallen war – kam die Arbeitsgemeinschaft der Gedenkstättenbibliotheken (AGGB) Mitte März für drei Tage in der Deutschen Nationalbibliothek in Frankfurt am Main zusammen. Das 33. Treffen der Gemeinschaft wurde vom Studienkreis Deutscher Widerstand 1933-1945, dem Fritz-Bauer-Institut und der Deutschen Nationalbibliothek ausgerichtet. Das Programm hatte eine große thematische Bandbreite, da nicht nur Bibliotheken in Gedenkstätten der NS-Diktatur Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft sind.

Neben den ausrichtenden Institutionen – auf dem Weg zu den Räumen des Fritz-Bauer-Instituts sorgte der Paternoster in der Goethe-Universität/Frankfurt am Main für staunende Blicke und lange Schlangen – konnte auch die frisch eröffnete neue Dauerausstellung des Deutschen Exilarchivs 1933-1945 in der Deutschen Nationalbibliothek besichtigt werden. Die Referent*innen sprachen an drei Tagen über Urheberrechtsgesetze, das Aufnahmelager in Gießen und eine Privatsammlung über den Spanischen Bürgerkrieg, über Provenienzforschung, das Exilarchiv und den Fachinformationsdienst Jüdische Studien. Zwei gemeinsame Abendessen bildeten jeweils den Abschluss der Konferenztage – eine tolle Gelegenheit zum weiteren Vernetzen und Austauschen.
Ein mit Spannung erwarteter Schwerpunkt war der Vortrag von Helen Thein, die sich in ihrer Masterarbeit gänzlich mit dem Typus Gedenkstättenbibliothek befasste und eine längst überfällige Definition und Verortung lieferte, die den teilnehmenden Bibliothekar*innen zu einem besseren Selbstverständnis verhelfen sollte. So eint die Bibliotheken trotz inhaltlich verschieden gelagerter Schwerpunkte die Besonderheit und Einzigartigkeit der Institution, in der sie angesiedelt sind. Um diese gemeinschaftliche Arbeit stärker hervorzuheben und gleichzeitig die Sichtbarkeit der AGGB zu erhöhen, wird ein Digitalisierungsprojekt ins Auge gefasst.

Der International Tracing Service in Bad Arolsen stellt die technische Infrastruktur zur Verfügung und die Bibliotheken werden ihre Bestände auf Erinnerungsberichte aus den 1940er Jahren prüfen. So sollen die frühen Zeugnisse bewahrt und zugänglich gemacht werden können.

Susann Faupel
Haus der Wannsee-Konferenz


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