… Toleranz zu fördern …

Am 25. Juni hatte ich Gelegenheit Rabbi Meyer H. May, den Executive Director des Simon Wiesenthal Centers Los Angeles/USA im Haus der Wannsee-Konferenz begrüßen zu dürfen. Es ergab sich ein sehr spannender Austausch bei dem Rabbi Meyer über seine Arbeit berichtete: Das Simon Wiesenthal Centre wurde 1977 gegründet. Sein Hauptsitz ist in Los Angeles. Weitere Standorte sind New York, Miami, Jerusalem, Paris und Buenos Aires.
Das Simon Wiesenthal Center hat sich die Aufgabe gesetzt, Toleranz zu fördern und beschäftigt sich mit Rassismus, Antisemitismus, Terrorismus und Völkermord. Die Bibliothek des Zentrums in Los Angeles umfasst eine Sammlung von ungefähr 50.000 Bänden und Artikeln, darunter Bilder, Tagebücher, Briefe, Artefakte, welche für die Forschung zugänglich sind. Eine großer Teil der Dokumentsammlung des Centres ist online einsehbar.

Das Simon Wiesenthal Centre engagiert sich seit einigen Jahren mit der Kampagne „Operation Last Chance“ für die Ergreifung noch lebender gesuchter NS-Kriegsverbrecher, um sie der Justiz zuzuführen. Hierzu wurden sogar Kopfgelder ausgesetzt.
Im Oktober 2014 legte das Simon-Wiesenthal-Center der deutschen Regierung eine Liste von 80 deutschen Staatsbürgern vor, die im Zweiten Weltkrieg den Tod von zahlreichen Juden verschuldet haben sollen. Die Liste wurde in der Zentralen Stelle in Ludwigsburg (s. Blogbeitrag) untersucht. Nach den spektakulären Prozessen gegen Oskar Gröning in Lüneburg im Jahre 2015 und gegen den am 17. Juni 2016 zu fünf Jahren Haft verurteilten Reinhold Hanning vor dem Landgericht Detmold, sind aktuell weitere Strafverfahren in Deutschland in Vorbereitung.

Zwischen der Gedenk- und Bildungsstätte Haus der Wannsee-Konferenz und dem Simon Wiesenthal Centre wurden 2016 durch die damalige Volontärin Sandra Keil erste Kontakte auf Arbeitsebene angebahnt.

Dr. Hans-Christian Jasch
Direktor der Gedenkstätte


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