Zeitzeugingespräch mit Batsheva Dagan, 21.01.2018

Anlässlich des 76. Jahrestages der Wannsee-Konferenz fand am 21.01.2018 in der Gedenkstätte ein Gespräch mit der Holocaust-Überlebenden Batsheva Dagan statt. An dem Gespräch, das Frau Dr. Constanze Jaiser mit Frau Dagan führte, nahmen etwa 160 Interessierte teil.

Das Gespräch mit Frau Dagan kann im Newsletter der Gedenkstätte (Ausg. Nr. 60, Februar 2018) nachgelesen werden.

Batsheva Dagan, 1925 als Isabella Rubinstein in Łódź (Polen) geboren, Holocaust-Überlebende, Pädagogin und Autorin, erlebte bereits in ihrer Kindheit antisemitische Anfeindungen in ihrer Heimatstadt. Nach Ausbruch des Zweiten Weltkrieges flohen ihre Eltern mit ihr nach Radom, wo die Familie 1941 in das Ghetto ziehen musste. Die Eltern wurden nach Treblinka deportiert und ermordet. Von den acht Geschwistern überlebten nur drei den Holocaust.

Batsheva Dagan floh mit gefälschten Papieren nach Deutschland und arbeitete als Dienstmädchen, bis sie verhaftet und als Zwangsarbeiterin nach Auschwitz deportiert wurde. Nach einem Todesmarsch kam sie zuerst in das Konzentrationslager für Frauen in Ravensbrück, dann in das Außenlager Malchow, bis sie im Mai 1945 befreit wurde.
Sie wanderte nach Israel aus, studierte Psychologie und widmete sich der Kinder- und Jugendbildung. Sie schreibt Bücher, Gedichte und Lieder für Kinder und Jugendliche über Holocaust-Themen und entwickelte psychologische und pädagogische Methoden, um Kindern den Holocaust nahezubringen. Sie gilt als Pionierin in der Holocaust-Erziehung von Kindern.

Michael Haupt
[veröffentlicht: 30.01.2018]


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